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nadineborau
25. Mai 2022
In Fragen & Antworten
Hallo Herr Schilling, ich habe mir Ihr hochinteressantes Long Covid-Buch bestellt und arbeite es gerade durch. Ich bin ja bereits im März 2020 heftig an Covid erkrankt, hatte insbesondere eine schwere Lungenentzündung und gefühlt hundert weitere Symptome, die sich zum Teil abwechselten, jeden Tag kam etwas Neues hinzu (z.B. Fieber, Schüttelfrost, Darmprobleme, Übelkeit, Augenbrennen, übler, metallischer Geschmack im Mund, schlimme Kopfschmerzen über Wochen hinweg, Schwindel, Erschöpfung/Fatigue, Druck über den Augen etc...) Die Lungenentzündung mit begleitendem schweren Husten bei jedem Atemzug (Sprechen war wochenlang kaum möglich) war jedoch das dominanteste Symptom und sozusagen die Konstante bei meiner Covid-Erkrankung. Ich lag zuhause ohne jede medizinische Behandlung, nicht mal das Gesundheitsamt hatte sich bei mir gemeldet. Ich bin trotz Meldung offenbar auf keiner "Faxliste" aufgetaucht ... Am Tag fünf meiner Erkrankung wollte ich aber beinahe in ein Krankenhaus, hatte durchaus Angst, zu ersticken. Doch am nächsten, sechsten Tag hatte ich trotz heftigster Symptome das Gefühl, dass mein Körper es mit letzter Kraft alleine schafft zu überleben, und habe mich aus Sorge vor einer falschen Klinik-Behandlung gegen eine Einweisung entschieden. Im Nachhinein war dies sicher eine gute Entscheidung. Ich bin dann lediglich für einen PCR-Test zu meinem Arzt gefahren worden, er wollte, dass ich für den Test vorbei komme ... Der Test fiel positiv aus. Medikamente oder sonstigen Ratschläge erhielt ich von meinem Arzt aber keine ... Er meinte immer: "Es gibt nichts, die Krankheit ist neu!" Mein Vitamin D-Spiegel war damals sicher zu niedrig, zudem wurde ich Anfang Februar 2020 operiert und war insgesamt in keiner guten Verfassung. Covid hatte also in meinem Körper leichtes Spiel! Ich leide jetzt nach über zwei Jahren leider immer noch unter leichten, aber sehr störenden Lungen-/Bronchien-Problemen. Kann es nicht ganz genau einschätzen und beschreiben, die Beschwerden ändern sich auch leicht. An manchen Tagen spüre ich sie immerhin kaum noch. Habe lange Zeit einen trockenen Hustenreiz gehabt, dazu ein Brennen und leicht entzündetes Gefühl der Lunge/Bronchien. So, als rieche ich etwa an einer ätzenden Chemikalie wie Nagellackentferner. Reale, reizende Gerüche wie etwa Benzin oder Zigarettenrauch in der Luft, konnte ich gar nicht aushalten und musste etwa an Tankstellen oder neben einem Raucher sofort stark husten. Ein wenig "widerstandsfähiger" ist meine Lunge nun geworden, aber die Symptome verschwinden eben nicht ganz und belasten mich. Zumal sie manchmal auch meine Stimme beeinträchtigen. Zudem litt ich begleitend auch unter einer Fatigue (in der Charité diagnostiziert) und fühlte mich fast immer erschöpft, müde und ein Schwindel- und Benommenheitsgefühl machte mich so gut wie arbeitsunfähig. Konnte mich oft nicht mal mit Freunden auf einen Kaffee treffen. Meine Augen schienen auch immer leicht gerötet zu sein. Ich wurde von Kardiologen und einem Lungenarzt standardmäßig durchgecheckt, die Werte waren immer unauffällig, hieß es. Also blieb ich die gesamte Zeit ohne jede Therapie. Seit vergangenen Herbst geht es mir erstmals schrittweise besser. Sonst hätte ich auch nicht gewusst, ob ich überhaupt noch hätte weiterleben wollen, ehrlich gesagt. Zum Teil war ich ja bettlägerig. Zudem erkannte und behandelte ein Chiropraktiker im Spätsommer 2021 auch noch eine massive Kopfgelenksblockade bei mir, die wohl ebenso für Schwindel, Benommenheit und Tinnitus sorgen kann. Die Blockade hatte wohl meine Long Covid-Symptomatik also noch verstärkt! Ich nehme jetzt regelmäßig Vitamin D, K und B-Vitamine ein und seit einigen Wochen auf ihren Ratschlag in Ihrem Buch auch täglich NADH, Zink, Selen, Vitamin C ein. Ich glaube, das NADH hat mir auch noch mal einen leichten Energieschub verliehen. Ich hatte mich bereits im Sommer letzten Jahres als Teilnehmerin für die Studie mit dem Medikament BC 007 angemeldet, in der Hoffnung, dass es mir auch helfen würde. Prof. Martin von der Augenklinik Erlangen schrieb mir auch umgehend sehr freundlich zurück, dass sie große Hoffnung auf dieses Medikament setzen und ich für die Studie vorgemerkt sei – sich der Start leider aber noch etwas hinziehen könnte. Leider kam auch nach meiner Erinnerung vor einigen Wochen keine Antwort mehr von der organisierenden Stelle der Abteilung in Erlangen. Da ich nach 26 Monaten immer noch unter diffusen Lungenbeschwerden und einer allgemeinen Erschöpfung leide, frage ich mich, was ich dagegen tun kann. In der Charité hatten sie mir ja überhaupt keine Therapie und Behandlung angeboten. Sie schicken mir nur alle paar Monate endlose Fragebögen zu meiner Befindlichkeit zu, die ich schnell ausfüllen soll. Auf eine Corona-Impfung habe ich natürlich verzichtet. Ich habe auch immer noch Antikörper, die ich alle drei Monate testen lasse. Wie ich es verstehe, bilden ja gerade schwer erkrankte Corona-Patienten viele Antikörper, da die T-Zellen nicht rechtzeitig für eine effektive Abwehr der Viren sorgen konnten. Einen T-Zell-Test habe ich letztes Jahr im IMD Berlin auch machen lassen, der war positiv, aber kein sehr hoher Wert. Ich habe bereits einen Arzt meines Vertrauens gefragt, ob er mir das BC 007 in einer eigenen kleinen Studie verabreichen kann. Aber das traute er sich nicht zu und wollte sich nach einem Kollegen umhören, der es evtl. durchführen würde. Für einen Tipp, was ich noch für meine weitere Genesung versuchen kann, wäre ich sehr dankbar! Ich wollte meine persönliche, einschneidende Covid-Geschichte aber einfach auch gern teilen ;-) Viele liebe Grüße aus Berlin Nadine Borau
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